Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte

Erzeugungskosten Milch für Deutschland liegen vor

Die MEG Milch Board w. V. und das European Milk Board haben dem Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) Ende des Jahres 2011 den Auftrag erteilt, im Rahmen eines wissenschaftlichen Gutachtens ein eigenständiges und den Zielsetzungen der MEG Milch Board und des EMB entsprechendes Konzept zur Berechnung der aktuellen Produktionskosten der Milcherzeugung zu erstellen.

Der Bericht auf der Grundlage des wissenschaftlichen Gutachtens „Berechnung der Produktionskosten für die Milcherzeugung auf der Grundlage der Datenbasis des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen der EU (INLB)“ liegt nun vor und kann hier als PDF heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Projekt und der Verwendung des Gutachtes finden Sie auf den Internetseiten www.milch-board.de und http://www.europeanmilkboard.eu/

Mit diesem Gutachten stehen für Deutschland
  1. ein fundiertes und regelmäßig aktualisierbares Berechnungsverfahren der Produktionskosten zur Verfügung. Dieses bieten den Milcherzeugern die Grundlage zur Verhandlung von Milchpreisen in Deutschland und differenziert nach Regionen.
  2. Zudem konnte ein Verfahren entwickelt werden, mit dem die Kosten der Milcherzeugung in Deutschland sowie anderer EU-Länder und deren Regionen berechnet werden können, so dass der Vergleich der Produktionskosten in der Milchviehhaltung zwischen den EU-Ländern möglich wird.

Die Entwicklung der Kalkulationsgrundlagen für die Produktionskosten der Milch in Deutschland erfolgte dabei in enger Zusammenarbeit zwischen dem Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) und der gemeinsamen Arbeitsgruppe „Milcherzeugungskosten“ der MEG Milch Board und des EMB. Das Berechnungsverfahren zur Analyse der Erzeugungskosten für die Milch basiert auf den Daten des InformationsNetzes Landwirtschaftlicher Buchführungen (INLB) der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission (DG agri) und im Wesentlichen auf dem Berechnungsschema des EU-Dairy Farms Report . Zudem wurde ein eigenständiger Ansatz (Einkommensansatz) zur Bestimmung der Höhe des Einkommensanspruches der selbstständigen Landwirte als wichtiger Bestandteil der Erzeugungskosten entwickelt.

Die Berechnung der Erzeugungskosten für Milch in Deutschland konnte für die Jahre 2002 bis 2009 durchgeführt werden sollte. Ein Prognoseverfahren auf Basis der Preisindizes für die Landwirtschaft (Bundesamt für Statistik, Destatis) ermöglicht eine Abschätzung der aktuellen Milcherzeugungskosten in Deutschland auf das Jahr 2012.

Analyse der Vorschläge zur Reform des Systems der Direktzahlung in der Gemeinsamen Agrarpolitik - Orientierung an Arbeit statt an Fläche

Seit Anfang des Jahres 2011 beteiligt sich das BAL an einem vom Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. im Jahr 2008 zusammen mit dem Fachgebiet Landnutzung und regionale Agrarpolitik initiierten (Uni Kassel, Witzenhausen) Studie unter landwirtschaftlichen Betrieben, in der die Wirkungen von drei alternativen Reformvorschlägen, die Direktzahlungen in der GAP an Arbeit statt an Fläche zu orientieren. In der ersten Säule der EU-Agrarpolitik haben die Direktzahlungen der EU explizit das Ziel, der Einkommensverbesserung landwirtschaftlicher Betriebe zu dienen. Allerdings bindet die europäische Agrarpolitik derzeit die Direktzahlungen sehr einseitig an die Fläche. Der Großteil der Agrarförderungen (80 Prozent) wird heute gebunden an die Fläche an landwirtschaftliche Betriebe ausgezahlt. Diese Art und Weise der Verteilung der Direktzahlungen in der ersten Säule nach dem Umfang der Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe wird als ungerecht eingestuft, da entsprechend vor allem flächenstarke Betriebe profitieren. Die Studie wurde durch die organisatorische Unterstützung der AbL e.V. ermöglicht. Über erste Ergebnisse zu dieser Studie erfahren Sie in unserem aktuellen Beitrag, der in der Zeitschrift Neue Landwirtschaft erschienen ist.

Analyse der Vorschläge zur Reform des Systems der Direktzahlung in der Gemeinsamen Agrarpolitik - Orientierung an Arbeit statt an Fläche

Seit Anfang des Jahres 2011 beteiligt sich das BAL an einem vom Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. im Jahr 2008 zusammen mit dem Fachgebiet Landnutzung und regionale Agrarpolitik initiierten (Uni Kassel, Witzenhausen) Studie unter landwirtschaftlichen Betrieben, in der die Wirkungen von drei alternativen Reformvorschlägen, die Direktzahlungen in der GAP an Arbeit statt an Fläche zu orientieren. In der ersten Säule der EU-Agrarpolitik haben die Direktzahlungen der EU explizit das Ziel, der Einkommensverbesserung landwirtschaftlicher Betriebe zu dienen. Allerdings bindet die europäische Agrarpolitik derzeit die Direktzahlungen sehr einseitig an die Fläche. Der Großteil der Agrarförderungen (80 Prozent) wird heute gebunden an die Fläche an landwirtschaftliche Betriebe ausgezahlt. Diese Art und Weise der Verteilung der Direktzahlungen in der ersten Säule nach dem Umfang der Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe wird als ungerecht eingestuft, da entsprechend vor allem flächenstarke Betriebe profitieren. Die Studie wurde durch die organisatorische Unterstützung der AbL e.V. ermöglicht. Über erste Ergebnisse zu dieser Studie erfahren Sie in unserem aktuellen Beitrag, der in der Zeitschrift Neue Landwirtschaft erschienen ist.

1. Strategien im Umgang mit hormonell wirksamen Agrarchemikalien
Wie kann ein verbesserter, vorsorgender Umgang mit möglichen Risiken durch Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft erreicht werden?


Gemeinsam mit Dr. Andrea Fink Kessler vom BAR (Büro für Agrarpolitik und Regionalentwicklung) arbeite ich an dem trans- und interdisziplinären Forschungsvorhaben START2 mit (www.start-project.de) zu Strategien im Umgang mit hormonell wirksamen Agrarchemikalien. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Sozial Ökologischen Forschung gefördert, Projektträger ist das Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

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2. Biografien, Landwirtschaftsstile und Werte von Milchbauern
In Deutschland und ganz Europa kämpfen Milchbauern um ihre Existenz. Mit den Milchbauern ist ein wichtiger Teil der bäuerlichen Kultur bedroht.


Abseits aller aktuellen politischen Debatten befragte ich Milchbauern in ihrem Alltag und als Menschen, die versuchen mit ihren Milchviehbetrieben ihre Lebensform, ihre Geschichte, ihre Arbeit und ihre Werte am Leben zu erhalten. Es gab intensive Gespräche: über die Arbeit und ihre Wirtschaftsstile, ihre Biografien, ihr Verhältnis zur Natur und den Tieren und über ihre unsichere wirtschaftliche Zukunft. Der Artikel "der Blick in den Stall fehlt" im Kritischen Agrarbericht 2008 informiert über erste Ergebnisse. Die Gesamtergebnisse dieses Forschungsprojektes arbeite ich derzeit zu einem Fachbuch auf.

3. Mensch-Nutztier-Verhältnis in der Landwirtschaft
Ein achtsamer Umgang mit den Nutztieren in der Landwirtschaft ist vielen Menschen heute sehr wichtig.


Wie können Landwirtschaft und Agrarwissenschaften zu einem veränderten Umgang mit den Nutztieren beitragen? Um Wandel zu erreichen, müssen viele Beteiligte Mitverantwortung übernehmen. Im Forschungs-Kolloquium der Stiftung Bündnis Mensch - Tier arbeite ich aktiv an der Frage der Zukunft des Mensch-Nutztier-Verhältnisses. Die Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung haben wir hier in einem interdisziplinären Dialog diskutiert und in einem gemeinsamen Buch "Gefährten - Konkurrenten - Verwandte. Die Mensch-Tier-Beziehung im wissenschaftlichen Diskurs veröffentlicht. Auf der Fachtagung "Die Mensch-Tier Beziehung im interdisziplinären Dialog" wurden Mitte November die wissenschaftlichen Erkenntnisse präsentiert.


© BAL 2009