Mit Hilfe von Expertengesprächen und Interviews in landwirtschaftlichen Familienbetrieben, die in den 1990er Jahren von der Schweinepest betroffen waren, habe ich rekonstruiert, wie die Menschen in der Landwirtschaft die Betroffenheit von einer Tierseuche und die Tötung ihres gesamten Tierbestandes wahrnehmen und verarbeiten. Tierseuchen haben für die Landwirte und Landwirtinnen nicht nur ökonomische Auswirkungen, sondern die Folgen dieser Ausbrüche können sie traumatisierend wirken. Meine Forschungsergebnisse stellen einen Appell an die Gesellschaft dar, die psychosoziale Lage Tierseuchenbetroffener in die öffentliche Diskussion mit einzubeziehen und münden in Empfehlungen für den Umgang mit solchen Krisensituationen.
Aus dem Forschungsprojekt "Tierseuchen in der Landwirtschaft", welches von der Hanns-Lilje Stiftung (Hannover) gefördert wurde, ist im Jahr 2001 meine im Ergon Verlag veröffentlichte Dissertation (Universität Göttingen) hervorgegangen. Die Dissertation wurde 2002 mit dem "Schweisfurth-Forschungspreis für artgemäße Nutztierhaltung" ausgezeichnet.
Nach Abschluss des Forschungsprojektes konnten im Dialog mit Verantwortlichen und Beteiligten die Ergebnisse dieser Arbeit in die Praxis und Beratung umgesetzt werden. Beratungskonzepte für die Unterstützung von Landwirten und Landwirtinnen im Tierseuchenfall wurden diskutiert und entwickelt.


