Die Landforscher

Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft, herzlich willkommen!

Milchbauern, Mensch und Nutztier, Tierseuchen, Umgang mit Pflanzenschutz, Biodiversität: ich richte meine Arbeit auf die gegenwärtigen, konfliktbezogenen Erwartungen an die Landwirtschaft. Erst im Konsens mit der Gesellschaft werden landwirtschaftliche Wirtschaftsweisen auch zukunftsfähig. Wie lassen sich solche Konzepte gemeinsam mit der Landwirtschaft entwickeln? Die Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen und sozialen Lage in Abhängigkeit von verschiedenen Wirtschaftsstilen, sozialen Orientierungen und ethischen Leitbildern in der Landwirtschaft stelle ich dabei in den Vordergrund.

Agrarsoziologie - interdisziplinär und praxisrelevant
Durch meine akademische Ausbildung und beruflichen Erfahrungen fließen in meiner Arbeit agrarwissenschaftliche und soziologische Kompetenzen zusammen. Diese bieten ein besonderes Potenzial für die inter- und transdisziplinäre Arbeit. Als Agrarsoziologin bin ich an der Schnittstelle zwischen grundständigen Fächern der Agrarwissenschaften (z.B. Nutztierhaltung) und den Sozialwissenschaften (Soziologie, empirische Methoden) qualifiziert. Methodisch ist es mir sehr wichtig, praxisrelevante Forschungsprojekte durchzuführen, aus der Perspektive und Sicht der Betriebe und Menschen, deren Biografien sich mit der Landwirtschaft verbinden. So gelingt es, die Ergebnisse effektiv in die Praxis und Beratung umzusetzen - auf die Erfahrungen und Vorstellungen der landwirtschaftlichen Betriebe orientiert.

Meine Biografie ist mit der Landwirtschaft verbunden
Mein Interesse für das Leben und die Leistungen der Menschen in der Landwirtschaft stammen aus der eigenen Biografie. Ich wuchs auf einem Milchviehbetrieb in Friesland auf und studierte dann von 1988 bis 1994 Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität in Göttingen.
Dort begann ich mich neben klassischen agrarwissenschaftlichen Fragen intensiv mit der sozialen Situation der Menschen in der Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Am Institut für Rurale Entwicklung fertigte ich im Jahr 2001 meine mit dem Schweissfurth - Forschungspreis für artgemäße Tierhaltung preisgekrönte Dissertation zu den psychosozialen Folgen von Tierseuchen an. Weitere umfängliche Berufs-, Projekt und Lehrerfahrungen gewann ich dann in den Jahren 2001 bis 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. und am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften im Fachgebiet Landnutzung und Regionale Agrarpolitik der Universität Kassel (Prof. Onno Poppinga) in Witzenhausen. Meine Arbeitsschwerpunkte lagen u.a. auf wissenschaftlichen Gutachten, EU-Projekten, Studienreisen und Tagungen zu Themen, wie z. B. Landwirtschaft in Osteuropa (Polen), Tourismus auf dem Lande, Einkommensdiversifizierungen, Einkommensmöglichkeiten für Frauen, regionale Nahrungsmittelversorgung. Aktuell stehen viele Fragen rund um die wirtschaftliche Lage und das wirtschaftliche Handeln von Milchbauern und -bäuerinnen in Deutschland und Europa im Vordergrund.
Im Jahr 2008 gründete ich das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) im Netzwerk die Landforscher. Außerdem betreibe ich einen kleineren landwirtschaftlichen Betrieb mit der artgerechten Haltung des vom Aussterben bedrohten Deutschen Schwarzbunten Niederungsrindes.
Dr. Karin Jürgens
Büro für Agrarsoziologie und
Landwirtschaft (BAL)
Heiligenstädter Str. 2
37130 Gleichen/Bremke
kj[@]agrarsoziologie.de
Tel.: 05592/927567