Abgeschlossene Forschungsprojekte

Wie kann der Schutz von Mensch und Umwelt vorsorgend vor möglichen Risiken durch Pflanzenschutzmittel nachhaltig gestärkt werden? Ziel des Forschungsprojektes start2 ist es, am Beispiel hormonell wirksamer Verdachtswirkstoffe geeignete Handlungs- strategien zu entwickeln, die innerhalb der konventionellen Land- und Agrarwirtschaft umgesetzt werden können.

Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms Sozial Ökologische Forschung vom BMBF gefördert. Wir arbeiten als Forschungspartner in einem inter- und transdisziplinären Verbundprojekt. Zum Projektteam gehören Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Universitätsklinikum Freiburg (Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene), der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Institut für Ökologie, Evolution und Diversität) und als Projektleitung das Institut für sozial ökologische Forschung (ISOE).

Unser Teilprojekt: Umgang mit Agrarchemikalien in der landwirtschaftlichen Praxis

Von besonderer Bedeutung für die Strategieentwicklung in start2 ist ihre Praxisrelevanz. Um diese zu gewährleisten, haben wir Landwirte zu ihren Erfahrungen im betrieblichen Umgang mit Agrarchemikalien und den derzeit gültigen rechtlichen Regelungen befragt. Wie sieht aktuell der Pflanzenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis aus? Gibt es innerhalb des konventionellen Landbaus überhaupt noch Handlungsspielräume, um chemischen Pflanzenschutz zu reduzieren? Wie kann angemessen auf solche Risiken reagiert werden?

Wir haben insgesamt 15 Landwirte im Rahmen von Interviews als Praxisexperten angesprochen. Zu den Betrieben gehörten flächenstarke Marktfruchtbetriebe, Haupt und Nebenerwerbsbetriebe mit Schweine- und Milchviehhaltung sowie Weinbaubetriebe in Gunst- und Ungunstlagen.

Die ersten Ergebnisse: Ein umfangreiches Spektrum aus verschiedensten inner- und außerbetrieblichen Einflussfaktoren sind handlungsleitend für den heutigen Umgang mit Pflanzenschutz auf den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben. Insbesondere auf den intensiv wirtschaftenden landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieben findet der Pflanzenschutz in einem nur sehr engen Handlungsrahmen statt, der kaum Möglichkeiten zu Abweichungen lässt. Dennoch zeigten sich durch die Gespräche mit Landwirten interessante bekannte, aber auch neue Strategien, die einen flexibleren und nachhaltigeren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ermöglichen können.

Die gesamten Ergebnisse unserer Untersuchung haben wir in den ISOE-Materialien Soziale Ökologie veröffentlicht. In dieses Diskussionspapier fließen auch die Ergebnisse eines transdisziplinären Expertendialoges ein. Dieser wurde mit Vertretern aus der landwirtschaftlichen Praxis und Beratung, dem Agrarhandel und der Wissenschaft zum Handlungsfeld "Innovative Techniken des Pflanzenschutzes" durchgeführt.

Inzwischen liegt auch die start2-Ergebnisbroschüre "Vorsorge durch gemeinsame Verantwortung: Integrative Strategien zu Risikominderung im chemischen Pflanzenschutz" vor. Download start2-Ergebnisbroschüre .


© Die Landforscher 2009