Aktuelle Forschungsprojekte

Strategien für Beschäftigungsanreize in der Gemeinsamen Agrarpolitik

Laufzeit: 01.12.2010 - 30.11.2011

Gefördert durch: Europäische Kommission / GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit, Umstrukturierungen, Wohlbefinden bei der Arbeit und finanzielle Beteiligung dem Programm Progress

Projektträger: IG BAU, Berlin

Projektpartner aus Wissenschaft und Bildung: PECO-Institut, Berlin (DE), das Forum Social Innovation (FR), Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. (DE)

Problemlage
Umstrukturierungen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum sind in besonderem Maße abhängig von den agrarpolitischen Rahmenbedingungen. Die Diskussion um die Zukunft der Agrarpolitik in Europa ist ein ständiger Prozess, der im Augenblick wieder mit Hochdruck und im Vergleich zu früheren Reformprozessen mit sehr intensiver gesellschaftlicher Beteiligung geführt wird. Mittlerweile gibt es politische Kräfte, die eine stärkere Bewertung der Beschäftigung und die Einführung sozialer Standards in die Agrarpolitik fordern. Hier haben sich unterschiedliche Strategien herausgebildet. Die klassischen Politikansätze sind die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit (z.B. Investitionsförderung) sowie die Förderung von Existenzgründungen im Ländlichen Raum (z.B. LEADER-Programme). Beide Strategien sind davon ausgegangen, dass die Förderung von Unternehmen bzw. Existenzgründungen indirekt zu einer Zunahme bzw. Sicherung von Beschäftigung in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum führen. Neu sind Ansätze, bei denen Direktzahlungen entweder an Standardarbeitszeiten landwirtschaftlicher Produktionsverfahren gekoppelt werden, oder an Parameter, die die realen Arbeitskosten widerspiegeln. In der Maßnahme sollen diese Strategien auf ihre Stärken und Schwächen hin bewertet und von Partnern in verschiedenen EU-Staaten diskutiert und aufeinander abgestimmt werden.

Projektspezifische Aktivitäten

  • die Identifizierung typischer Modelle für mehr Beschäftigungsanreize in der Agrarpolitik: z.B. Standardarbeitszeiten oder konkrete Arbeitskosten als Parameter für Transferleistungen; Arbeit als Korrekturfaktor für andere Modelle (Flächenbezug der Transferleistungen) u.a.m.
  • eine Stärken-Schwächen-Analyse der verschiedenen Modelle (Wirkungsweise, Umsetzungsmöglichkeiten etc.) unter unterschiedlichen gegebenen nationalen Rahmenbedingungen
  • die Förderung der Diskussion über beschäftigungsrelevante Politikstrategien und der Wissenstransfer zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. Das Projekt wird dazu in vier verschiedenen Ländern Workshops und eine Abschlusskonferenz in Brüssel organisieren.

Partnerschaften und Netzwerke
Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, Wege, Instrumente und Handlungsmöglichkeiten für Sozialpartner und andere am Prozess beteiligte Verbände zu finden, wie Zielvorstellungen der Europäischen Beschäftigungsstrategie in den Politikbereich der Agrarpolitik einfließen können. Landwirtschaftsgewerkschaften aus den Ländern Tschechien, Österreich, Rumänien sowie der europäische Dachverband der Agrargewerkschaften (EFFAT) sind dafür wichtige Partner im Projekt. Sie sind wichtige Akteure in der gewerkschaftlichen Agrardebatte und haben zum Thema eigene Konzepte (Strategien) für die Verankerung von mehr Beschäftigung in der Landwirtschaft. Für die beteiligten Länder spielt die Beschäftigung in den ländlichen Räumen eine wesentliche Rolle. Gleichzeitig wird von Politikern in den Ländern immer wieder betont, dass finanzielle Förderungen an die Schaffung von Arbeitsplätzen gekoppelt werden sollen. Die beteiligten Gewerkschaften präsentieren ihre strategischen Ansätze für mehr Beschäftigung und soziale Standards in der Agrarpolitik. Darüber hinaus organisieren sie den Sachverstand weiterer Experten aus ihren Ländern.

Die Partner
  • Industriegewerkschaft-Bauen-Agrar-Umwelt, IG BAU Berlin (DE)
  • PECO-Institut e.V. Institut für nachhaltige Regionalentwicklung in Europa (DE)
  • Forum Social Innovation (FR)
  • Kasseler Institut für ländliche Entwicklung e.V. (DE)
  • Odborovy svaz praqcovniku zemedelstvi a vyzivy
  • Associace svobodnych odbou Ceske republiky (CZ)
  • Federatia Nationala a Sindicatelor din Agricultura, Alimentatie, Tutun, Domenii si Servicii Conexe
  • AGROSTAR (RO)
  • European Federation of Food Agriculture and Tourism trade unions (BE)
  • Gewerkschaft PRO-GE (AT)

Ergebnisse und Ziele
Ziel und Ergebnis der Maßnahme ist eine zielgenauere und zwischen den Partnern abgestimmte Strategie zur Durchsetzung beschäftigungsrelevanter Maßnahmen in der Agrarpolitik. Die Ergebnisse sind validierte strategische Ansätze für mehr Beschäftigung im Rahmen von agrarpolitischen Maßnahmen. Sie werden in einem Reader mit Fallbeispielen und Handlungsempfehlungen dargestellt und die Inhalte im Rahmen der Verbreitungsstrategie in die anstehenden Diskussionen eingebracht. Die beteiligten Gewerkschaften, einschließlich der EFFAT sind in wichtigen nationalen und europäischen Gremien vertreten, die über die politischen, strukturellen und inhaltlichen Veränderungen in der Agrarpolitik beraten. Über diesen Weg können die Projektergebnisse direkt in die öffentlichen Fachdiskussionen einfließen. Gleichzeitig verfügen die Gewerkschaften über ein breites Netz an lokalen Akteuren, die auf lokaler und betrieblicher Ebene ihre Erfahrungen weitergeben können.

Entwicklung von Best-Practice Beispielen zum Ausbau der Biorindfleischvermarktung.
Teilprojekt von "Stärkung des Absatzes von Luxemburgischem Bio-Rindfleisch"

Im Rahmen des Projektes "Stärkung des Absatzes von Luxemburgischem Bio-Rindfleisch" sollen Lösungsansätze für die Überwindung vorhandener Hemmnisse bei der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Rindfleisch gefunden und Strategien für deren Ausbau entwickelt werden, die unmittelbar in konkrete Initiativen luxemburgischer Akteure münden. Hierfür werden gemeinsam mit Akteuren der luxemburgischen Öko-Branche aus dem deutschsprachigen Raum Best-Practice-Ansätze für die Bio-Rindfleischvermarktung ausgewählt. Vier bis sechs Beispiele werden ausführlich dokumentiert und hinsichtlich jener Merkmale analysiert, die für luxemburgische Akteure von besonderem Interesse sind. Die Beispiele werden luxemburgischen Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern von Bio-Rindfleisch im Rahmen des von E&Y organisierten Forums sowie in Fachbeiratssitzungen vorgestellt und diskutiert.

Anschließend werden zu zwei ausgewählten Best-Practice-Beispielen Exkursionen organisiert. In Besichtigungen und Gesprächen vor Ort sollen luxemburgische Akteure die Gelegenheit bekommen, persönliche Eindrücke von den Vermarktungslösungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Auf diese Weise können nicht nur Anregungen und Denkanstöße für das eigene Vorgehen in Luxemburg abgeleitet und das eigene Vorgehen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden, sondern es kann auch nach Abschluss dieses Projektes bei Bedarf der direkte Kontakt gesucht werden.

Projektträger: ASTA (Administration des Services Techniques de l"Agriculture", Luxemburg
Laufzeit November 2010 bis Frühjahr 2011

Wege zu einer Strategie der nachhaltigen Landwirtschaft in Luxemburg

Begleitung eines Abstimmungsprozesses zwischen Lëtzebuerger Jongbaueren a Jongwënzer e.V. und dem OekoZenter Lëtzebuerg e.V.

Ziel des Vorhabens ist es, die persönlichen wie gemeinsamen Visionen einer sozialen, ökologischen und ökonomisch tragfähigen Landwirtschaft in Luxemburg sichtbar zu machen und erste Schritte hin auf die Verwirklichung dieser Visionen zu nehmen. Als Ergebnis des Prozesses wird nicht nur eine gemeinsam getragene politische Plattform erwartet sondern auch sog. Handlungspisten, die die Betriebe für eine nachhaltige Landbewirtschaftung nutzen können.

Projektträger: Lëtzebuerger Jongbaueren a Jongwënzer e.V. und OekoZenter Lëtzebuerg e.V.
Laufzeit: Dezember 2010 bis Juni 2011


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